Praxiswissen

Alternder Gebäudebestand: Was der Sanierungsstau für Verwalter bedeutet

20. Mai 20267 Min. Lesezeit

Deutschland saniert deutlich langsamer, als sein Gebäudebestand altert. Die energetische Sanierungsquote im Wohnungsbestand ist nach Branchenerhebungen (unter anderem des Verbands Fenster + Fassade und des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle) von 0,88 Prozent im Jahr 2022 auf rund 0,67 Prozent im Jahr 2025 gesunken, den niedrigsten Stand seit Jahren. Zur Einordnung: Die Deutsche Energie-Agentur (dena) beziffert den Bedarf auf ein Mehrfaches davon, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Was als energiepolitische Zahl daherkommt, ist für Verwaltungen vor allem eines: eine Ansage an die Instandhaltungsplanung der nächsten Jahre.

Warum der Stau in der Verwaltung ankommt

Ein Bestand, der nicht erneuert wird, wird nicht einfach nur älter. Er verändert das Tagesgeschäft der Verwaltung messbar:

Vom Verwalten des Staus zum Steuern des Bestands

Die Verwaltung kann die Sanierungsquote des Landes nicht heben. Was sie steuern kann, ist der Umgang mit dem eigenen Bestand. Drei Schritte haben sich bewährt:

Erstens: Transparenz über den Zustand schaffen. Welche Anlage in welchem Objekt ist wie alt, wie störanfällig, und was hat sie in den letzten Jahren an Reparaturen gekostet? Ohne diese Historie bleibt jede Modernisierungsempfehlung an Eigentümer eine Behauptung. Mit ihr wird sie eine belegte Rechnung.

Zweitens: Pflichten lückenlos halten, gerade im Altbestand. Ältere Anlagen aus der Wartung rutschen zu lassen, weil „die sowieso bald ersetzt wird", ist die teuerste Form der Selbsttäuschung: Die Ersatzentscheidung verzögert sich erfahrungsgemäß, die Haftung bleibt.

Drittens: Investitionen aus der Historie priorisieren. Wenn absehbar mehrere Großmaßnahmen anstehen, entscheidet die Datenlage über die Reihenfolge: Die Anlage mit den meisten Störungen und den höchsten kumulierten Reparaturkosten zuerst. So lassen sich Eigentümerversammlungen mit Zahlen statt mit Eindrücken überzeugen.

Die Chance im Stau

So unbequem die Zahlen sind, für professionell arbeitende Verwaltungen steckt darin auch eine Positionierung: Eigentümer, deren Bestand altert, brauchen mehr denn je eine Verwaltung, die den technischen Zustand belegen, Prioritäten begründen und Pflichten nachweisbar erfüllen kann. Wer das leistet, verwaltet nicht mehr nur, sondern berät. Und genau diese Rolle wird angesichts des Staus in den kommenden Jahren wertvoller, nicht unwichtiger.

Wie IMVERA dabei unterstützt

IMVERA baut die Datenlage auf, die der alternde Bestand verlangt: Alle Anlagen je Objekt strukturiert erfasst, jede Prüf- und Wartungsfrist automatisch überwacht, jeder Bericht und jeder Mangel der richtigen Anlage zugeordnet. So entsteht je Anlage die Historie aus Störungen, Wartungen und Kosten, mit der sich Modernisierungsentscheidungen gegenüber Eigentümern belegen lassen. Und der Altbestand bleibt nachweisbar pflichtkonform, bis die Erneuerung tatsächlich kommt.

Häufige Fragen

Wie niedrig ist die Sanierungsquote aktuell?

Branchenerhebungen beziffern die energetische Sanierungsquote im Wohnungsbestand für 2025 auf rund 0,67 Prozent, nach 0,88 Prozent im Jahr 2022. Das ist der niedrigste Stand seit Jahren und liegt deutlich unter dem Bedarf, den unter anderem die Deutsche Energie-Agentur für die Klimaziele ansetzt.

Was hat die Sanierungsquote mit meiner Arbeit als Verwalter zu tun?

Sie beschreibt, wie schnell der Bestand altert, den Sie betreuen. Ein alternder Bestand bedeutet mehr Störungen, höhere Energiekosten, wachsende Nachweislast und aufgestaute Großinvestitionen. All das landet im Tagesgeschäft und in den Eigentümerversammlungen der Verwaltung.

Darf ich bei Anlagen kurz vor dem Ersatz die Wartung reduzieren?

Nein. Prüf- und Wartungspflichten gelten, solange die Anlage in Betrieb ist, unabhängig davon, wie bald ein Ersatz geplant ist. Ersatzentscheidungen verzögern sich zudem erfahrungsgemäß. Gerade im Altbestand ist die lückenlose Nachweiskette entscheidend.

Wie überzeuge ich Eigentümer von notwendigen Modernisierungen?

Mit der Anlagenhistorie: Störungshäufigkeit, kumulierte Reparaturkosten und Energieverbrauch der Altanlage, dem gegenübergestellt die Kosten und Einsparungen des Ersatzes. Eine belegte Rechnung überzeugt Eigentümerversammlungen deutlich zuverlässiger als ein allgemeiner Modernisierungsappell.

Den Bestand im Griff behalten

IMVERA erfasst Ihren Anlagenbestand, überwacht jede Frist automatisch und baut je Anlage die Historie auf, mit der Sie Modernisierungen belegen statt behaupten.

Pilotzugang sichern
Frühzugang in der Pilotphase · persönliches Onboarding · keine Mindestlaufzeit